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Der Pitch-Hofstaat — warum das alte Auswahlsystem nicht mehr trägt.

März 2026

Kurzfassung

Drei Agenturen, zwei Wochen, eine kostenlose Strategiepräsentation. Das Pitch-Modell ist 2026 nicht mehr zeitgemäß — und für niemanden mehr ökonomisch.

Volltext

Das klassische Pitch-Modell stammt aus den 1990ern: drei eingeladene Agenturen erstellen unentgeltlich eine Strategie und Kampagnen-Idee, der Kunde wählt. Was damals als faire Auswahl gedacht war, ist 2026 strukturell überholt.

Das Problem: Wer eine ernsthafte Strategie in zwei Wochen präsentieren soll, kennt weder das Geschäft noch die Mitarbeitenden noch die echten Engpässe. Die Folge sind Pitches, die kreativ klingen, aber an der Realität vorbeigehen — und Agenturen, die jährlich sechs- bis siebenstellige Beträge in unbezahlte Vorarbeiten investieren.

Alternative Modelle, die wir und andere Agenturen erproben: bezahlte Workshop-Formate vor der Auswahl, kürzere Pitches mit Fokus auf Haltung statt Kreativ-Output, mehrstufige Auswahl mit Feldarbeit statt Folienschlacht. Ergebnis: bessere Passungen, weniger Verschwendung auf beiden Seiten.

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